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Energiemärkte

Klimaschutzpaket: Studie sagt Strompreisanstieg bis 2030 voraus.

6. Nov. 2019

Das Analysehaus enervis hat kürzlich eine Fokusstudie zu den Ergebnissen des Klimakabinetts veröffentlicht. Das Ziel, die CO₂-Minderungsziele mittelfristig zu erreichen, wird laut enervis seine Spuren in den Energiesektoren Strom, Gas und Wärme hinterlassen. Besonders die Auswirkungen für den Strommarkt sind dabei von erheblicher Bedeutung.

Dreh- und Angelpunkt der Studie sind die im Klimaschutzpaket vorgesehene nationale Bepreisung von CO₂-Emissionen und der Aufbau eines Handelssystems, die die Non-ETS-Sektoren (Wärme und Verkehr) ab 2021 in die Pflicht nehmen soll. Für diese Sektoren ist ein Anfangspreis von 10 €/t im Jahr 2021 mit einem kontinuierlichen Anstieg auf 35 €/t im Jahr 2025 vorgesehen. Ab 2026 soll ein Preiskorridor gelten, der zwischen 35 und maximal 60 €/t liegt. Zudem wird es eine maximale Emissionsmenge geben, die von Jahr zu Jahr sinkt. Die Ersteller der Analyse kommen zu dem Schluss, dass der mittlere Strompreis in Deutschland bis 2030 um ca. 20-60% ansteigen könnte - das sind ernüchternde Aussichten. Begründet wird dies mit dem steigenden Einfluss des CO₂-Marktes sowie dem Ausstieg aus der Kohle- und Kernenergie gepaart mit dem Anstieg der Stromnachfrage.

Einen Lichtblick hält die Studie jedoch auch bereit. Die Verfasser gehen davon aus, dass nach 2030 der Strompreis langfristig wieder sinken sollte. Gleichzeitig werde der Einfluss des nationalen Handelssystems für CO₂ stark zunehmen.

Im Bezug auf die Erreichung der mittel- und langfristigen CO₂-Ziele sieht enervis klare Schwächen und geht – wie viele andere Kritiker – nicht davon aus, dass die Maßnahmen ausreichend sein werden. Die Beratungsgesellschaft vertritt den Standpunkt, dass weitere Maßnahme wie eine deutliche Verteuerung des nationalen CO₂-Preises oder weitere Fördersystematiken in den Sektoren Wärme und Verkehr notwendig seien.

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