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Energiemärkte

Marktbericht Oktober 2019: Öl einsam an der Spitze.

  • Georg Wotzlaw
  • Senior Manager
07. Nov. 2019

Recht unterschiedlich präsentierte sich der Energiemarkt zu Beginn des 4. Quartals 2019. Die schwächelnde Weltwirtschaft hängt wie das bekannte und oft zitierte Damoklesschwert über den Entwicklungen der Preiskurven und lässt keinen ausgeprägten Optimismus zu.

Trotzdem kann z.B. die Rohölnotierung 6% zulegen und auch die Zertifikatspreise schließen den Betrachtungszeitraum mit einem positiven Vorzeichen ab. Die anderen Produkte rutschten ins Minus und die Aussichten für die restliche Jahreszeit sind auch eher in Moll gestimmt.

Strom mit leichtem Minus.

Mit einem leichten Minus verabschiedet sich das Terminmarktprodukt Strom Base Cal-20 vom Monat Oktober. Zur Monatsmitte legte die Notierung einen Zwischenspurt ein. Dieser - wie so häufig getrieben durch Vorgaben der CO₂- und Kohlenotierungen - hat sich allerdings nicht als nachhaltig erwiesen. In den letzten Tagen bewegte sich der Preis immer leicht oberhalb der 46 €/MWh-Marke, die sich als eine relativ robuste Wiederstandlinie behaupten konnte. Für eine Preisbelebung könnten im Verlauf des Monats November die angekündigten und geplanten Abschaltungen einiger französischer Kernkraftwerke führen, die allerdings nichts mit den fehlerhaften Schweißnähten zu tun haben, die im September für eine gewisse Beunruhigung gesorgt hatten. Dieses Mal handelt es sich um bereits im Vorfeld kommunizierte Produktionsunterbrechungen, die vom Markt bereits eingepreist sein sollten und nur in Kombination mit weiteren Ausfällen oder sonstigen ungünstigen Vorkommnissen positiv auf die Preise wirken könnten.

Der Winter kann kommen. Aus Sicht der europäischen Versorgungslage sind wir beim Erdgas bestens auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, obwohl diese - den neuesten Wettermodellen nach – noch gar nicht auf dem Radar zu erkennen ist. Die Lagerbestände in Deutschland bieten praktisch keinen Platz mehr für zusätzliche Mengen (99,6%); EU-weit betrachtet sieht die Situation nicht viel anders aus (97,8%). Vor einem Jahr lagen die Werte gut 10 bis 12 Prozentpunkte darunter und auch da herrschte keine Versorgungsknappheit. Diese Tatsache sorgt für stärkere Preisabschläge, vor allem bei den Frontmonaten und dem Frontjahr 2020. Die Kalenderjahre 2021 und 2022 bewegen sich tendenziell in die gleiche Richtung, allerdings mit einer nicht ganz so ausgeprägten Dynamik.

CO: EU-Kommissarin will kostenlose Zuteilung reduzieren.

Die dänische EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will in den nächsten Monaten die Beihilferegelungen für Unternehmen, die auf der sogenannten Carbon-Leakage-Liste stehen, überprüfen lassen. Diese Überprüfung soll unter der Maßgabe erfolgen, die Anzahl der von der kostenlosen Zuteilung profitierenden Sektoren und damit auch Unternehmen in der vierten Handelsperiode, die am 1. Januar 2021 beginnt und bis Ende 2029 läuft, zu reduzieren. Dabei allein soll es aber nicht belassen werden. Auch die weitere Gewährung der sog. Strompreiskompensation soll auf den Prüfstand. Von dieser profitieren Unternehmen, die sich einen Teil der indirekten CO₂-Kosten, die in den Strompreis einfließen, rückerstatten lassen können. Gegenstand der Untersuchung soll im Besonderen sein, inwieweit die von Carbon-Leakage betroffenen Unternehmen tatsächlich im harten außereuropäischen Wettbewerb stehen und Anspruch auf diese besondere Vergünstigung auch weiterhin behalten dürfen. Zur Debatte soll auch eine vollständige Abschaffung dieser Ausgleichszahlung stehen, die allerdings bei der aktuellen Bundesregierung hoffentlich auf große Bedenken stoßen sollte. Keine erfreulichen Aussichten in einer schon bereits eingetrübten wirtschaftlichen Situation vieler Unternehmen.

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  • Strom
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  • CO2
  • Öl
  • Kohle
  • Strompreiskompensation

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