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Energiemärkte

Marktbericht September 2019: Zwischenzeitlicher Peak bei allen Commodities.

  • Turan Cakir
  • Senior Manager
02. Okt. 2019

Im September erlebten durchweg alle Energie Commidities einen zwischenzeitlichen Peak. Angestoßen wurde dies durch die Ankündigung einer vorgezogenen Schließung des Gasfeldes im niederländischen Groningen und die Feststellung von technischen Abweichungen bei den französischen Kernkraftwerken.

Weiterer Auftrieb kam durch die Einschränkung des Gasflusses in der OPAL-Leitung durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs und die Anschläge auf zwei Ölraffinerien in Saudi-Arabien. Seit Mitte des Monats überwogen die Konjunkturängste gepaart mit der nach wie vor guten Versorgungs-situation bei den Brennstoffen.

Trübe Weltkonjunktur und gute Versorgungssituation.

Seit Mitte Juni lasteten die eintrübende Weltkonjunktur und die gute Versorgungssituation auf den Energiepreisen. Auch das Thema Brexit gab als Impulsgeber nach. Die Lagerbestände bei Erdgas und Kohle sind gut gefüllt. Die US-Rohöllagerbestände sind auf hohem Niveau. Mit der konjunkturellen Abschwächung ist ein Nachfragrückgang verbunden. Folglich stellte sich ein Abwärtstrend ein.

Im September erlebten die Märkte eine rasante Gegenbewegung. Die Pläne für die Rückführung der Förderung aus dem niederländischen Gasfeld Groningen wurden bereits in der Vergangenheit verworfen und verschärft, häufig nach Erdbeben. Am 10. September 2019 wurde aus den Niederlanden verkündet, die Einstellung der Förderung auf das Jahr 2022 vorzuziehen. Dem folgte die EuGH-Entscheidung zum OPAL-Gasleitungsstreit zwischen der polnischen Regierung und Gazprom, mit der Gazprom die Nutzung dieser Anbindungsleitung an Nord Stream eingeschränkt wird. Insgesamt häufen sich die Ablehner der Nord Stream 2 in der EU. Am 19. September fanden Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der EU-Kommission über den künftigen Gastransit statt. Eine Einigung kam nicht zu Stande. Entsprechend haben die Erdgaspreise zugelegt.

Preisaufschläge wieder abgebaut.

Mitte September erfolgten Anschläge auf zwei Ölraffinerien in Saudi-Arabien. Die Preise sind in der Folgezeit um zwischenzeitlich 20% in die Höhe gegangen. Ähnliche Preisanstiege gab es nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 und während des Golfkrieges in den 1990er Jahren. Der Schock war bereits am darauffolgenden Dienstag verdaut, die Preisaufschläge sind mittlerweile komplett abgebaut.

Die Ergebnisse aus dem Klimakabinett haben die Energiehändler zwar zur Kenntnis genommen, mehr jedoch nicht. Kein Preisanstieg bedeutet an dieser Stelle: Erwartungen erfüllt. Globale Konjunktursorgen rücken wieder in den Vordergrund. Zinssenkungen in den USA, schwelender Handelsstreit zwischen den größten Volkswirtschaften USA und China sowie die US-Sanktionen gegenüber dem Iran tragen hierzu bei. Der Hauptakteur ist bekanntlich US-Präsident Trump. Aktuell im Vordergrund steht das von den Demokraten angestrebte Amtsenthebungs-verfahren gegenüber dem Hauptdarsteller. Der Ausblick wird dadurch nicht sicherer.

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