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Energienebenkosten

Vorläufige Netzentgelte veröffentlicht – Amprion erhöht um ca. 15%.

2. Okt. 2019

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben ihre vorläufigen Netzentgelte für das kommende Jahr bekannt gegeben. Bis auf Tennet heben alle die Netznutzungsgebühren an. Am 15. Oktober werden die nachgelagerten Netzbetreiber die vorläufigen Netzentgelte und die Höhe der EEG- und Offshore-Umlage veröffentlichen.

Im Netz von 50Hertz werden die Entgelte etwa um 7% im Vergleich zum Vorjahr steigen, wie am Montag bekannt wurde. Bei TransnetBW beträgt die Steigerung für einen durchschnittlichen Kunden ca. 15%. Amprion spricht von einer Entgelterhöhung von 14,7 bis 15,8%. Bei Tennet steigen die Entgelte lediglich für Großkunden, die direkt ans Übertragungsnetz angeschlossen sind; für alle weiteren Nutzer bleiben sie auf Vorjahresniveau. Die endgültigen Netzentgelte müssen bis spätestens 1. Januar 2020 veröffentlicht werden.

Als Gründe für die Erhöhung verweisen die vier ÜNBs etwa auf die Beschaffung von Systemdienstleistungen, die Kosten für Vorhaltung von Reserveleistung (Kapazitätsreserve und Sicherheitsbereitschaft) sowie die Investitionen in den Netzausbau. „Insbesondere durch die Einführung der Kapazitätsreserve und Überführung weiterer Braunkohlekraftwerke in die Sicherheitsbereitschaft werden bei der Nutzung der Reservekraftwerke höhere Kosten erwartet“, führt Amprion dazu aus. Das Essener Unternehmen verweist zudem ausdrücklich auf die „deutlich angestiegenen“ Preise bei der Regelleistung.

NEMoG als Preistreiber im Amprion-Netzgebiet.

Auf dem Amprion-Kundentag Mitte September in Essen hatten wir noch erfahren, dass die Amprion-Netzentgelte um ca. 5% gegenüber dem Vorjahr steigen sollten – das war allerdings vor der Einbeziehung der Effekte der anderen Übertreibungsnetzbetreiber aus dem Gesetz zur Modernisierung der Netzentgeltstruktur (NEMoG). Dieser erforderliche Anpassungsprozess geht auf die schrittweise Vereinheitlichung der bundesweiten Netzentgelte zurück, die laut NEMoG bis zum 1. Januar 2023 abgeschlossen sein soll. Seit dem laufenden Jahr enthalten die Netzentgelte einen bundeseinheitlichen Anteil, den das NEMoG 2017 einführte und der bis 2023 schrittweise die Kosten aus dem Netzengpassmanagement bundesweit gleichmäßig verteilen soll. Dieser Anteil steigt 2020 auf 40%. Wie schon im Vorjahr, in dem erstmals ein bundesein-heitlicher Anteil von anfangs 20% erhoben wurde, führt dies zu Verschiebungen. So weist etwa Amprion darauf hin, dass ohne diese Vereinheitlichung die Netzentgelterhöhung um etwa 9,4% geringer ausfiele. Das passt also zur Auskunft vom Amprion-Kundentag.

Die vorläufigen Netzentgelte sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da sie erfahrungsgemäß von den endgültigen Werten teilweise deutlich abweichen können. Vor dem Hintergrund der Erwartungshaltung, mittelfristig eher steigender Netzentgelte empfehlen wir, Optimierungspotenziale in diesem Kostenblock zu untersuchen, um dauerhaft von möglichen Vorteilen profitieren zu können.

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