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Energienebenkosten

Vorläufige Netzentgelte 2021: Amprion konstant, Transnet BW und 50 Hertz erhöhen, Tennet senkt.

1. Okt. 2020

Die von den Unternehmen zu zahlenden Netzentgelte für die großen Stromübertragungsnetze in Deutschland werden sich 2021 regional sehr unterschiedlich entwickeln. Das geht aus den heutigen Mitteilungen der vier Übertragungsnetzbetreiber zu den vorläufigen Netzentgelten für das kommende Jahr hervor. Während Amprion nur eine kleine Erhöhung angekündigt hat, steigen im Transnet BW- und 50 Hertz-Gebiet die Netzentgelte deutlich an; nur Tennet hat im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Senkung avisiert. Die Netzentgelte werden bis zum Jahresende noch finalisiert. Die vorläufigen Netzentgelte sind lediglich eine Indikation und mit Vorsicht zu genießen, da sie nach den Erfahrungen der letzten Jahre von den endgültigen Werten teilweise deutlich abweichen können. Wenn ein Übertragungsnetzbetreiber seine Netzentgelte nachträglich verändert, löst dies auch eine Anpassung bei den übrigen Übertragungsnetzbetreibern aus. Verteilernetzbetreiber, also die nachgelagerten Netzbetreiber, sind verpflichtet, spätestens zum 15. Oktober eines Jahres die für das Folgejahr geltenden bzw. geschätzten Entgelte im Internet zu veröffentlichten. Vor dem Hintergrund des hohen Anteils der Netzentgelte an den Stromgesamtkosten sprechen Sie uns gerne an, um gemeinsam mögliche Optimierungs- bzw. Privilegierungspotenziale in Ihrem Unternehmen zu untersuchen.

Netzentgelte bei Amprion fast unverändert.

Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat lediglich eine moderate Erhöhung angekündigt. In der Höchstspannung erhöhen sich die Netzentgelte voraussichtlich um 1,1-1,3%; in der Umspannebene sinken sie sogar um 0,2-3,0 Prozent, wie Amprion heute mitteilte. Ohne die schrittweise Vereinheitlichung im Zuge des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes (NEMoG) würden die Netzentgelte bei Amprion um durchschnittlich 7,4% in der Höchstspannung bzw. um 7,7% in der Umspannebene sinken. Unter den gegenwärtigen Kalkulationsprämissen leiste Amprion 2021 Ausgleichszahlungen an zwei Übertragungsnetzbetreiber, so Amprion in einer Pressemitteilung.

Transnet BW erhöht um 10%.

Der baden-württembergischen Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW hat eine deutliche Steigerung um 10% in Aussicht gestellt. Als Kostentreiber geben die Stuttgarter Investitionen für den Netzausbau an. Als weiterer Grund wurden die steigenden Kosten für die Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit angeführt, vor allem für die Netzreserve und Redispatch. Mit Blick auf die Angleichung der Netzentgelte legte Transnet BW Wert auf die Feststellung, dass die Entgelte in eigenen Netzgebiet gleichwohl zu den günstigsten Entgelten im Vergleich der vier Übertragungsnetzbetreiber zählten.

50 Hertz schlägt 7% drauf.

In Netzgebiet von 50 Hertz, zu dem Teile Ostdeutschlands, Hamburg und Berlin gehört, werden die vorläufigen Netzentgelte um durchschnittlich 7% angehoben. Die Zusatzeinnahmen fließen hauptsächlich in den Netzausbau, wie 50 Hertz verlauten ließ. Darüber hinaus wurden steigende Kosten beim Engpassmanagement sowie ein Rückgang beim Stromverbrauch als Gründe für die Erhöhung ins Feld geführt. Ohne die NEMoG-Effekte würde die Erhöhung bei 12% liegen. Mittelfristig stellte 50 Hertz sinkende Netzentgelte in Aussicht.

Tennet senkt Netzentgelte um 17%.

Als einziger Übertragungsnetzbetreiber hat Tennet in seinem Gebiet zwischen Schleswig-Holstein und Bayern für 2021 eine deutliche Senkung der Netzentgelte um 17% verkündet. Mit den Inbetriebnahmen wichtiger Leitungen, wie dem Seekabel Nordlink zum Austausch norwegischer Wasserkraft mit deutscher Windenergie, habe Tennet entscheidende Schritte beim Netzausbau gemacht.

NEMoG als wesentliches Element der Preisbestimmung.

Eine immer wichtigere Rolle bei der Festlegung der Netzentgelte für 2021 bildet die mit dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) auf den Weg gebrachte Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte bis zum Jahr 2023. Seit 2018 enthalten die Netzentgelte einen bundeseinheitlichen Anteil, der bis 2023 schrittweise die Kosten aus dem Netzengpassmanagement bundesweit gleichmäßig verteilen soll. Dieser Anteil stieg 2020 auf 40%, der zu Verschiebungen zwischen den Übertragungsnetzbetreibern führt.

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